Fashion

Auf dem Weg zum Kultobjekt – American Hustle

Auf den ersten Blick eine klassische, überdrehte Gaunerkomödie. Bei genauerer Betrachtung bietet der Film viel mehr: Es geht um Liebe, Freundschaft, Vertrauen, Betrug und den festen Glauben an den amerikanischen Traum.
Die Story basiert auf einer wahren FBI-Operation aus dem Jahr 1978, dem Abscam-Scandal, bei dem Politiker der Korruption überführt werden sollten. Ihnen wurden, unter Video-Beobachtung, Bestechungsgeldern angeboten um einem vermeintlichen arabischen Scheich dabei zu helfen, in die heruntergekommenen Kasinos von Atlantic City zu investieren.
Der besondere Charme der Protagonisten verspricht dem Film die Aussicht auf einen Kultstatus à la Pulp Fiction. Die Figuren spielen sich direkt in die Herzen der Zuschauer. Sydney (Amy Adams) die ehemalige Stripperin, gibt sich im Dienste ihres Liebhabers, dem Betrüger Irving Rosenfeld, als englische adelige mit besonderen Verbindungen zur Finanzwelt aus und besticht durch ihre anmutigen Auftritte in atemberaubenden Kleidern. Ivrings manisch-depressive Frau, mit aufgetürmter blonder Mähne und knappen Kleidern, ist Meisterin im passiv-agressiven Beherrschen ihres Mannes – herrlich überkandidelt gespielt von Jennifer Lawrence. Der arrogante und vom eigenen Erfolgsdruck zerfressene FBI-Agent DiMasio, der sich aus Eitelkeit jeden Abend seinen Minipli mit Lockenwicklern aufdreht, verkörpert von Hollywoods Charmebolzen Bradley Cooper und ein von Grund auf guter und herzlicher Politiker, der in der FBI Operation zur Korruption verführt wird, Jeremy Renner als Carmine Polito, bilden das Gerüst um den nicht besonders attraktiven aber umso faszinierenderen Irving Rosenfeld (Christian Bale). Trotz fraglichem Sexappeal  wirkt die Selbstsicherheit des Geschäftsmannes außerordentlich anziehend auf die Außenwelt. Als smarter Betrüger bringt er zwar gerade die Personen am Rande der Verzweiflung um ihr Geld , zeigt aber immer wieder wieviel Mitgefühl er eigentlich für seine Mitmenschen hat, in dem er sich beispielsweise aufopferungsvoll um seinen Adoptivsohn kümmert.

„Die Leute sehen, was sie sehen wollen“ sagt Irving Rosenfeld. Wir sehen: Scharfsinn, Herz, Menschlichkeit, tolle Bilder und aufregende Kostüme, die die siebziger Jahre – mit Dekolletés bis zum Bauchnabel – in einem neuen, besonders aufregendem Licht erscheinen lassen. Ein visueller Rausch, der schon jetzt seine Spuren hinterlässt. Auf den diesjährigen Oscar Verleihungen, bei denen der Film übrigens mit zehn hochkarätigen Nominierungen antrat, war die Frisur der weiblichen Hauptrolle Sydney die absolute Trendfrisur. Cate Blanchett, Jessica Biel, Sandra Bullock, Margot Robbie, Kate Hudson – sie alle trugen die 70er Jahre Hollywoodwellen mit Seitenscheitel.

Ein Phänomen, das längst bekannt ist. Immer wieder greifen auch Designer Element vergangener Epochen auf. Was auf den aktuellen Schauen durch 60er und 90er Jahre inspirierte Kollektionen zum Vorschein brachte. Aber woher kommen diese Rückblenden und wie werden Sie umgesetzt? Was entscheidet darüber ob es die 50er, 60er, oder eben die 70er Jahre sind, die Trends beeinflussen?

Neben einigen anderen Faktoren sind es Kultobjekte wie solche Filme, die Lust auf den Stil dieser Epoche machen. Wenn sich dann parallel auch noch andere Kulturbereiche dieser Epoche bedienen, wird die Durchsetzung eines solchen Trends umso wahrscheinlicher.

Einfaches Kopieren der Charakteristiken reicht aber lange nicht aus. Das Geheimnis liegt in der gekonnten Kombination des Retrocharmes mit modernen Komponenten. So geschehen bei dem Projekt Soulmates von amerigomusic.com, das die Zusammenarbeit von aktuellen Künstlern und Legenden, auch bereits verstorbenen, realisiert. Sehr erfolgreich kreierten sie kürzlich einen ganz neuen Marvin Gaye Sound. Die Klassiker des verstorbenen Soul Stars aus den siebziger Jahren, wurden mit der eindringlichen Stimme der Hip Hop Größe Yasiin Bey (aka Mos Def) gekoppelt. Dabei entstand unter dem Titel Yasiin Gaye eine Collaboration, von der wohl viele Fans bisher nur zu träumen wagten.

zurück

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.